Klares Bekenntnis zur Bioenergie - Steinach

ödp-Kreisvorstand bekennt sich klar zu Bioenergie - Kreisvorstand tagt in Steinach -

 

Der Vorstand des ödp-Kreisverbands Straubing-Bogen traf sich am letzten Freitag in Steinach. Hauptthema der Sitzung war die Diskussion eines ödp-Grundsatzpapiers zur Bioenergie. In der augenblicklichen Diskussion würden mehrere Dinge miteinander vermischt. Welthunger und Energiepflanzenproduktion hätten zunächst einmal nichts miteinander zu tun. Erst verschiedene Mechanismen würden beide Dinge in Verbindung bringen und daraus ein massives Problem entstehen lassen, stellte Bernhard Suttner zu Beginn der Sitzung fest. Selbst Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer hatte kürzlich eingeräumt, dass von den weltweit zur Verfügung stehenden 4,2 Mrd. landwirtschaftlicher Nutzfläche nur 1,5 Mrd. genutzt würden. Es stünden folglich reichlich Flächen zur Verfügung, die sowohl für den Anbau von Energiepflanzen, als auch für die Ernährung der Weltbevölkerung ausreichend wären. Selbstverständlich müssten für die Produktion von Energiepflanzen weltweit gültige soziale und ökologische Standards gelten. Die Ernährung der Bevölkerung müsse immer Vorrang vor der Energieproduktion haben, forderte Anita Bogner aus Rain. Soziale und ökologische Mindeststandards müssten aber ebenso für den gesamten Welthandel gelten. Der massive weltweite Preianstieg für Lebensmittel, läge unter anderem an den Mechanismen des Welthandels, an der Agrarpolitik der EU und Nordamerikas, sowie dem Geschäftsgebaren der weltweit agierenden Lebensmittelkonzerne. Diese Mechanismen führten dazu, dass die kleinbäuerlichen Strukturen gerade in Entwicklungsländern zerstört würden. Lebensmittelimporte in diesen Ländern zu Billigpreisen vor allem aus der EU und Nordamerika, die selbst die Herstellungskosten in den Ländern selbst unterschritten, zerstörten regionale Märkte und führten den dortigen Handel und die Produzenten in den Ruin. Dies sorge dafür, dass sich immer weniger Menschen selbst versorgen oder ihren Lebensunterhalt bestreiten könnten. Oft müssten die Kleinbauern, die oft nur das Auskommen für ihre Familie erwirtschafteten, aufgrund ihrer Verschuldung ihr Land verkaufen und seien so ihrer Lebensgrundlage beraubt. Auch die grüne Gentechnik trage aufgrund ihrer hohen Kosten und der Abhängigkeit durch Lizenzen, in die sich die Bauern begäben, zu dieser Entwicklung bei, merkte Dr. Michael Röder an. In gewissem, allerdings noch mäßigem Rahmen, treffe diese Entwicklung, die im Zusammnenhang mit der Globalisierung stehe, auch zunehmend uns selber.

Allein den Anbau von Energiepflanzen zu verteufeln, führe deshalb weit am wahren Kern der Problematik vorbei, wie Maria Birkeneder anmerkte.

Auch die ödp begrüße allerdings, dass die vermehrte Beimischung von Biotreibstoff zu Benzin oder Diesel in Deutschland gestoppt wurde. Dies sei aber nicht darin begründet, dass man Biotreibstoffe ablehne, sondern darin, dass dies vorgaukle, der Verbrennungsmotor sei als Antrieb für PKW auch langfristig zukunftsfähig. Wenn man aber die individuelle Mobilität der Bürger sichern wolle, müssten dringlich neue, nachhaltige Antriebstechniken in naher Zukunft marktreif werden. Biotreibstoffe sollten allenfalls als Übergangslösung dienen, konstatierte Martha-Altweck Glöbl, sie selbst einen PKW fährt, der mit reinem Pflanzenöl angetrieben wird.

Besonders problematisch sei es aber, wenn in der öffentlichen Diskussion nicht nur der Anbau von Energiepflanzen, sondern erneuerbare Energie insgesamt in Frage gestellt werde. Im Gegensatz zu den Aussagen der Befürworter der Kohle- und Atomenergie, sei die Umstellung der weltweiten Energieversorgung auf regenerative Energieträger innerhalb der nächsten dreißig bis fünfzig Jahre der einzig zukunftsfähige Weg, stellte Claudia Schinhärl aus Kirchroth fest. Neben dem Klimawandel erzwinge dies alleine schon die Endlichkeit der fossilen Energieträger. Nicht ohne Grund habe sich der Preis für Atombrennstoff seit Ende der 90er Jahre um das achtzehnfache erhöht. Die Preissteigerung beim Öl sei dagegen fast lächerlich gering. Dies lasse uns erahnen, was auf uns zukomme, wenn nicht endlich energiepolitisch umgedacht werde, bemerkte Dr. Michael Röder. Um die Energieversorgung mit regenerativer Energie zu sicheren, könne jedoch nicht der aktuelle Energieverbrauch Maßstab sein. Vielmehr müsse ein Drittel des jetzigen Verbrauchs eingespart, ein weiteres Drittel durch den Einsatz effizienterer Techniken ersetzt und der Gesamtverbrauch mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Es sei hinlänglich erwiesen, dass dies selbst mit den jetzt bereits existierenden Techniken funktionieren würde. Man müsse nur endlich davon abgehen, nur den kurzfristigen wirtschaftlichen Vorteil im Auge zu haben. Die anfänglichen höheren Kosten durch den vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien würden sich gerade in Anbetracht der Preisexplosion der fossilen Energieträger bald zum Vorteil wenden. Dies sei gerade für Bürger mit kleinem Geldbeutel wichtig. Jeder der sich ein wenig informiere und nachdenke, werde zum Schluss kommen, dass an regenerativer Energie kein Weg vorbei führe, beschloss Bernhard Suttner auch die Diskussion zu diesem wichtigen Thema.


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